Zukunft für Dernau

100 Tage nach der Flut

100 Tage nach der Flut stehen noch immer viele Betroffene vor den Trümmern ihrer Existenz. Aber unter den Menschen in Dernau kommt Hoffnung auf.

In dem Weinort Dernau ist drei Monate nach der Flutkatastrophe etwas Ruhe eingekehrt. Die gewaltigen Wassermassen haben den 1 700-Seelen-Ort schwer gezeichnet. Viele Flutopfer kämpfen inzwischen nicht mehr gegen Schlammmassen, sondern gegen die bürokratische Antragslast zum Zwecke des Wiederaufbaus.
Der gröbste Müll sowie Bauschutt und Unrat sind aus dem Straßenbild gewichen. Wochenlang herrschte im zweitgrößten Ort der hochwassergeplagten Verbandsgemeinde Altenahr rege Betriebsamkeit. Hunderte freiwillige Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet strömten herbei, um den verwüsteten Anblick Dernaus entgegenzutreten. Hier ist man voll des Lobes für die vielen freiwilligen Ehrenamtler. Viele junge Leute aus der ganzen Bundesrepublik waren hier, haben mit angepackt, gestemmt und dickste Brocken geschleppt. Das hat den Betroffenen Mut gemacht, nicht aufzugeben.
Bis 200 m entfernt vom Flusses ließ das Wasser, das am 14. Juli über die Ortsgemeinde im unteren Ahrtal hereinbrach, kaum einen Stein auf dem anderen. So liest sich auch Dernaus Schadensbilanz nach der Katastrophe. Vom Hochwasser sind demnach 540 der 650 Gebäude im Ort mehr oder minder stark betroffen. Mehr als 75 Prozent der Gemeinde liegen somit im Überschwemmungsgebiet. Etwa die Hälfte aller Häuser ist z.Zt. noch nicht bewohnbar, 20 Gebäude wurden bereits abgerissen, weitere könnten folgen. 70 Prozent der Bürger besitzen keine Elementarschadenversicherung Die Flut hat in Dernau darüber hinaus elf Todesopfer gefordert. Die Hauptversorgung und nahezu die komplette Infrastruktur des Ortes mit Wasser, Strom, Telefon oder WLAN waren wochenlang abgeschnitten, Die Hauptbrücke zur Winzergenossenschaft wurde zerstört und nach Wochen durch eine Bailey-Brücke ersetzt. Zudem wurde die Sportanlage mit Fußball- und Tennisplätzen sowie der Weinbrunnenplatz mit der Flut dem Erdboden gleich gemacht worden.


Infrastruktur soll angepasst werden

Dernau wird in Zukunft verstärkt auf Synergien mit den Nachbargemeinden wie Rech und Mayschoss setzen. Dazu haben die diese drei Orte eine eigene Aufbaugesellschaft „AöR“ gegründet Beispielweise wird wahrscheinlich keinen Fußballplatz mehr in Mayschoß aufgebaut, stattdessen ein Fußballzentrum in Dernau. Umgekehrt ist in Mayschoss Platz für ein Basketballfeld oder in Rech ein Grillplatz als Jugend- und Freizeittreffpunkt. Auch die Versorgungslage und Verkehrssituation der Gemeinde ist seit der Flut in den Fokus gerückt. An der grundsätzlichen Konzeption der Infrastruktur muss sich in Zukunft also etwas ändern. Telekommunikationsleitungen und andere Versorgungsleitungen sollten von höher gelegenen Punkten aus zur Mittelahr laufen, nicht an der Ahr entlang. Hochwasserschutz hat Priorität.

Energieversorgung als zentrales Thema nach der Flut

Der Krisenstab nimmt sich mit dem runden Tisch für „Warme Winter in Dernau“ auch der Problematik um fehlende Heizungen im Ort an. So wurden z.B mehrere Containert für mobile Nahwärme in Dernau aufgestellt, die 25 Haushalte versorgen. In Teilen der provisorischen Energieversorgung liegt zudem eine Chance für die Zukunft. Das Winzerdorf könnte nach der verheerenden Flut eine Vorreitergemeinde in Sachen Nachhaltigkeit durch ein tragfähiges Nahwärmekonzept werden

Die Flutkatastrophe vom 14./15. Juli

Dernau ist der größte Weinort an der Mittelahr und zählte zu den Top Ten der schönsten deutschen Weinorte. Dernau ist bekannt durch seine vielfach prämierten neun Weingüter und die Winzergenossenschaft Dagernova. Hier gab es eine gute Infrastruktur mit Lebensmittel- und Bauernladen, Bäckerei, Postfiliale, Banken-Zweigstelle, Gärtnerei, Gastronomie, Arztpraxen, guten Bahnverbindungen, zwei Tankstellen sowie zahlreiche Ferienwohnungen.

Seit dem 14/15. Juli 2021 ist unsere Heimat Dernau, das wunderschöne Ahrtal, nicht mehr wie sie mal war. Über 90% der Bürger sind von der Flutkatastrophe betroffen und davon haben fast alle alles verloren. Nicht nur ihr Zuhause ist zerstört, sondern ihre gesamte Existenz. Von 650 Haushalten können 570 ihre Wohnungen zurzeit nicht nutzen. Noch immer beherrschen die Bilder dieser Tragödie unsere Köpfe. Die Ängste der durchstandenen Nächte und die Trauer in unseren Herzen über die 12 Toten, die wir verloren haben.

Viele tausende Helfer aus ganz Deutschland wie auch Bewohner sind zu einer starken Familie zusammengewachsen. Jeder hilft dem anderen und fühlt sich gemeinsam verantwortlich und verbunden an dem Neuaufbau von Dernau mitzuwirken. Eine lange Zeit liegt noch vor uns, aber wir sind mit unserer starken „Dorfgemeinschaft“ und „großen Helferfamilie“ sicher, dass wir die vielen Höhen und Tiefen gemeinsam meistern werden.

Denn wir halten zusammen, machen unermüdlich weiter! Wir kämpfen für unser WeinKulturDorf Dernau!

Dafür benötigen wir dringend Unterstützung – Eure Unterstützung!

Bitte helft uns, ein Stück unserer Heimat wieder neu aufzubauen – auch wenn es sicher noch länger – vermutlich sehr lange – dauern wird.Wir haben für den Förderverein „Zukunft-Dernau e.V“ für unser WeinKulturDorf Dernau ein Spendenkonto eingerichtet und freuen uns über jede einzelne Spende!

Spendenkonto „Zukunft Dernau“ bei der Kreissparkasse Ahrweiler

IBAN: DE24 5775 1310 1000 5691 68

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